Ehre statt Gold" – Ein Gespräch mit Charilaos Gounaras, Gründer von 8:26 Histories

Ehre statt Gold" – Ein Gespräch mit Charilaos Gounaras, Gründer von 8:26 Histories

„Ehre statt Gold" – Ein Gespräch mit Charilaos Gounaras, Gründer von 8:26 Histories

Es gibt Marken, die entstehen aus einer Marktlücke. Und dann gibt es Marken, die aus einer Überzeugung entstehen – aus einer Geschichte, die erzählt werden will. 8:26 Histories ist eindeutig Letzteres. Wir haben uns mit Charilaos Gounaras getroffen, dem Gründer hinter dieser außergewöhnlichen griechischen Feinkostmarke, und wollten wissen: Was steckt wirklich dahinter?


Charilaos, hinter dem Namen „8:26 Histories" steckt eine Geschichte, die 2.500 Jahre zurückreicht. Erzähl uns davon.

Der Name kommt von den Historien des Herodot – den Büchern des altgriechischen Historikers, der vor etwa 2.500 Jahren die Geschichte der damals bekannten Welt aus griechischer Sicht aufgeschrieben hat. Im achten Buch, Absatz 26, erwähnt er zum allerersten Mal den Olivenkranz – als Preis für die Sieger der Olympischen Spiele. Kein Geld, kein Gold. Nur ein Kranz aus Olivenzweigen. Es ging um Ehre, um den Ruhm der Leistung.

Das hat uns sofort inspiriert. Diese Werte – Qualität, Integrität, Stolz auf das Handwerk – passen perfekt zu dem, was wir mit unserer Marke verkörpern wollen. Und der persönliche Anlass war: Meine Familie produziert seit Generationen ihr eigenes Olivenöl auf Evia. Ich wollte dieses Öl nach Deutschland bringen – nicht nur um es zu verkaufen, sondern um kleinen Produzenten einen echten Mehrwert zu schaffen und den Menschen hier Produkte von wirklich außergewöhnlicher Qualität näherzubringen.


Deine Produkte kommen aus zwei Regionen: Evia und Kreta. Was verbindet dich mit diesen Orten?

Evia ist meine Heimat. Aus dem Dorf Psachna in Zentral-Evia kommt meine Mutter – und dort befinden sich auch unsere Olivenhaine. Dort wird unser Olivenöl produziert, abgefüllt und von dort aus in die Welt geschickt. Es ist das Herz unserer Arbeit.

Evia ist eine Halbinsel, die viele nicht kennen – und genau das ist mir wichtig. Dort entstehen außergewöhnliche Produkte, die im Ausland kaum jemand auf dem Radar hat. Das möchte ich ändern. In Zukunft werde ich noch mehr aus Evia anbieten.

Kreta habe ich bewusst dazugenommen, weil die Insel für ihre wilde, ursprüngliche Natur bekannt ist – und weil ich dort sehr kleine Familienbetriebe gefunden habe, die ihre Kräuter und Salze buchstäblich von Hand aus den Bergen holen. Diese Menschen haben oft keine Möglichkeit, ihre Produkte im Ausland zu verkaufen. Ihnen eine Plattform zu geben – das gehört zu unseren Grundprinzipien.


Was berührt deine Kunden in Deutschland am meisten?

Viele schätzen, dass wir ein kleines, exklusives Unternehmen sind – mit limitierten Produkten und einer echten Geschichte dahinter. Das Design unserer Flaschen kommt sehr gut an; wir haben wirklich ein ganzes Jahr daran gearbeitet, und das sieht man.

Aber am Ende ist es der Geschmack, der die Menschen überrascht. In Mittel- und Nordeuropa ist man einfach nicht gewohnt, so natürliche, unverfälschte Produkte zu probieren. Beim ersten Mal kann das fast befremdlich wirken. Ein guter Geschäftspartner von mir hat es einmal sehr treffend formuliert: „Wir hier im Norden haben Angst vor dem bitteren Geschmack. Wir glauben, wenn etwas bitter ist, ist es schlecht – wie ein Medikament. Aber das ist alles, was wir kennen. Das müssen wir jetzt neu lernen."

Er hat recht. Aber ich sehe bereits eine große Bewegung in diese Richtung – das Bewusstsein für echte, traditionelle Lebensmittel wächst.


Wie erklärt man jemandem, der noch nie wirklich gutes Olivenöl probiert hat, den Unterschied?

Ganz einfach: Ein gutes Olivenöl hat immer Geschmack und Aroma. Es ist fruchtig, leicht pikant, vielleicht etwas bitter – und genau das ist ein Zeichen von Qualität. Diese Bitterkeit kommt von den Polyphenolen, sekundären Pflanzenstoffen, die außerordentlich gesund für Körper und Geist sind.

Ein Olivenöl, das neutral schmeckt oder kaum Aroma hat, ist kein gutes Zeichen – es könnte sogar einen Defekt haben. Ja, Olivenöl kann schlecht werden. Was man im Supermarkt findet, ist meistens genau das: neutral, günstig, ohne Charakter. Solche Produkte von echter Qualität sind natürlich auch ihren Preis wert – aber der Unterschied beim ersten Schluck ist unverkennbar.


Du veranstaltest regelmäßig Tasting-Events in München. Wie läuft so ein Abend ab?

Wir treffen uns an Wochenenden in einem wunderschönen Lokal in München. Das Ziel ist, den Münchnerinnen und Münchnern zu zeigen, wie vielfältig Olivenöl sein kann – verschiedene Regionen, Sorten, Aromen, Geschmacksrichtungen. Es beginnt mit einer kurzen Präsentation über uns und die Wissenschaft hinter dem Olivenöl. Dann verkosten wir gemeinsam vier bis fünf Proben – und zum Abschluss gibt es ein Food Pairing: Wie harmoniert dieses Öl mit Brot, Käse, Tomaten? Was passiert, wenn man es mit verschiedenen Zutaten kombiniert?

Alle, die bisher dabei waren, waren begeistert. Das freut mich wirklich sehr – denn genau das ist der Moment, in dem ich merke: Diese Arbeit hat Sinn.


Und zum Schluss: Was ist deine persönliche Lieblingskombi aus deinem eigenen Sortiment?

(lacht) Ein klassischer griechischer Bauernsalat – mit meinem Manaki-Throubolia-Olivenöl aus der weißen Flasche und meinem Kräutersalz. Das macht den Salat zu etwas wirklich Einzigartigem. Einfach, ehrlich, unschlagbar.


8:26 Histories bietet premium Olivenöle, Kräuter und Salze aus Griechenland an – sowie regelmäßige Tasting-Events in München. histories.shop

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